Vergrößern durch anklicken

 



















Die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn


Die Durchquerung Sibiriens war und ist immer noch ein Erlebnis der besonderen Art. Zwischen 1891 und 1916 wurde die Transsibirische Eisenbahn geplant und verwirklicht. Auf dieser Seite möchte ich auch auf die Orte und Besonderheiten hinweisen, die zwischen den beiden berühmten Endstationen Moskau und Wladivostok liegen. Um diese Strecke zu bewältigen ist das Zurücklegen von 9300 km und sieben Zeitzonen notwendig.

 

 

Kilometer 0 - Moskau
Fährt man über die mehrspurigen Zufahrtsstrassen in Richtung Stadtzentrum erkennt man schnell die außergewöhnliche Silhouette der Stadt. Sie wird geprägt durch Türme und goldbedachte Kirchen. Die Kirchen prägen das Stadtbild der 10 Millionen - Metropole Moskau maßgeblich. Besonders erwähnenswert ist die Uspenski - Kirche. In ihr wurden die Zare gekrönt und somit war sie schon immer die wichtigste Kirche in Moskau. Die schönste Kirche ist aber unbestritten die Basiliuskathetrale am Roten Platz. Auffällig an ihr sind die acht mehrfarbigen Kuppeln, die um die Hauptkathedrale angeordnet sind. Die Kathedrale wurde so schön, daß ihr Bauherr, Zar Ivan, der Schreckliche, dem Architekten die Augen blendete, damit niemand anderes auf der Welt ein ähnliches Werk bekommen sollte.
Am Roten Platz, ("rot" ist altrussisch und bedeutet "schön" ) sind noch eine Vielzahl besonderer Bauten zu bewundern. Wie zum Beispiel das Woskressenski-Tor, welches ein Tor der ehemaligen Stadtmauer war und welches Stalin abreisen ließ, um seine Militärparaden besser zu pres&aum;ntieren. 1995 wurde die Wiederherstellung beendet. Impulsant ist auch das GUM, ein Kaufhaus aus der Zarenzeit. Dementsprechend ist seine Architektur. Es besteht aus drei schmalen Passagen, die durch Quergänge verbunden sind. Die Räme sind mit reichlich Stuck, Glas und Kunst verziert. Sogar ein Sprigbrunnen plätschert auf der Hauptkreuzung des Gosuddarstwenny Uniwersalny Magasin.
Gegenüber des GUMs liegt das Lenin-Mausoleum, das 1930 entstanden ist. Der Leichnam Lenins wurde gegen seinen Willen von Stalin einbalsamiert und voererst in einem provisorischen hölzernen Mausoleum untergebracht. Das neue Mausoleum ist ein aus dunkelrotem Granit bestehendes pyramidenförmiges Gebäude.
In Lenins Rücken liegt der Kremel, eine wahre Festung mitten in der Stadt. In ihr befinden sich Kirchen, Türme und Regierungsgebäde. Der Kremel war schon immer Regierungssitz russischer Herrscher. Ganz gleich ob der Zar, Lenin oder Stalin, oder die Chefs der UDSSR - alle traffen ihre Entscheidungen im Kremel.
Einzigartig auf der Welt sind die Metro - Stationen in Moskau. Irgendwo habe ich gelesen " Stalin nahm dem Menschen die Kirchen und schenkte ihnen die Metro" Ob das so stimmt, weiß ich nicht genau, aber wer jemals diese Stationen sah, kann es sich jedenfalls vorstellen. Jede Station sieht anders aus, symbolisiert ein anders Thema. Zu deren Erbauung wurden namhafte Architekten beauftragt, die edelste Rohstoffe, Marmor, Granit, Phosphor Onyx und Rhodonit einsetzten konnten.
Moskau besitzt vier Flughäfen und neun Bahnhöfe. Vom Jaroslawler Bahnhof rollen die Züge in Richtung Osten, darunter auch der Zug nach Wladiwostok, die Transsibirische Eisenbahn.

Kilometer 280 - Jaroslawl
Die Transsibirische Eisenbahn hält nach der Abfahrt aus Moskau hier erstmals wieder an. Die Stadt wurde nach Jaruslawl dem Weisen benannt, der einen sibirischen Bär mit einer Axt erschlagen haben soll. Im Inneren der 1000-jährigen Stadt trifft man auf wunderschöne altrussische Architektur, so daß man den Innenstadtbereich fast als Freilichtmuseum bezeichnen könnte. Verkehrstechnisch ist Jaroslawl ein Knotenpunkt zwischen der Transsib und der Wolga.

Kilometer 957 - Wjatka (Kirow)
Der Ort mit seinen 600 000 Einwohnern ist hauptsächlich geschichtlich interessant. 1934 wurde Sergei Kirow, der in dieser Region geboren wurde, in St. Petersburg ermordet. Seinen Tod missbrauchte Stalin um seine Massensäuberungsaktion zu begründen, die letzlich 10 Millionen Menschen das Leben kostete.

Kilometer 1434 - Perm
Perm,die Stadt im Ural, war als Bindeglied zwischen Rußland und Sibirien schon immer ein wichtiger Ort. Bereits vor dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn war hier der Beginn der Poststraße nach Osten. Das Teilstück Perm-Jekatarinenburg war 1878 einer der ersten Abschnitte des Projektes des Transsibirien-Expresses. In heutiger Zeit erlebte Perm in den Sechzigerjahren durch die größten Erdölraffinerien des Landes seinen wirtschaftlichen Aufschwung.

Kilometer 1777 - Sibirien
Nach 1777 Kilometern und der Uralüberquerung erreicht man schließlich Sibirien. Der Kilometerstein 1777, ein etwa 4m hoher Obelisk markiert die Grenze zwischen Europa und Sibirien.

Kilometer 1815 - Jekaterinenburg
Die 1,3 Millionen Einwohner zählende Stadt wurde 1721 gegründet und erhielt ihnen Namen nach Kaiserin Katharina II, der geborenen Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst. Während der Revulotion wurde hier Zar Nikolaus II, seine Frau und seine Kinder durch Bolschewisten ermordet. Nach der Revolution wurde die Stadt in Swerdlowsk umbenannt. Der Name hierfür kam durch den Revolutionär Jakob Swerdlow, der den Befehl zum Zarenmord gab und später einer der ersten Präsidenten der Sowjetunion wurde.
Kilometer 2144 - Tjumen
Mutter der sibirischen Städte wird Tjumen genannt, da sie die erste Stadt in Sibirien war. Von ihr aus schritt die russische Expansion gen Osten voran. Rasch entwickelte sich die Kohle-, Pelz und Lederindustreie, so daß der Verlauf der Transsib geändert werden mußte, um die Stadt an den Weltmarkt anzubinden. Als in neuerer Zeit die Öl- und Gasgewinnung hinzu kam, entwickelte sich die ganze Region zum Verwaltungszentrum Sibiriens. Auch heute spührt man diese Aktivitäten von damals immernoch. 15% des gesamten Bruttosozialproduktes Rußlands wird heute in der Region Tjumen erwirtschaftet. Das Stadtbild ist, wie in vielen sibirischen Orten, eine Mischung aus alten Holz- bzw. Steinhäusern, sozialistischen Neubauten und modernster Archtitektur.

Kilometer 2716 - Omsk
Mit 1.170.000 Einwohnern, die zweit größte Stadt Westsibirirns, wurde 1716 als Festung gegründet. Jetzt ist Omsk hauptsächlich eine Stadt des Militärs und der Verwaltung. Kohle-, Reifen- und Raumfahrtindustrie und das größte Kornsilo Sibiriens sorgen dafür, daß die Strecke Omsk-Novosibirsk die dichtest befahrene Güterverkehrsstrecke der Welt ist. Ein Hafen am Fluß Irtys ist die Verbindung in Richtung Kasachstan. Mit deutscher Technik wird hier das beste Bier Sibiriens, das "Sibirskaja Korona", gebraut.

Kilometer 3343 - Novosibirsk
Novosibirsk heißt neue Stadt in Sibirien. Das stimmt auch ganz genau, denn die Stadt wurde erst im Jahre 1893 durch den Bau der Transsibirischen Eisenbahn gegründet. Man suchte nach einer geeigneten Stelle, um den Ob zu überqueren und man fand eine schmale Flußstelle mit steinigem Untergrund, das heutige Novosibirsk. Es schloß sich eine turbulente Entwicklung an. Da der Ort an einem günstigen Verkehrsknoten lag, siedelten sich schnell Banken, Industrie und Handel an. In den folgenden 10 Jahren verdreifachte sich die Einwohnerzahl. Mitte der Sechzigerjahre wurde die Millionengrenze überschritten. Novosibirsk benötigte dazu 15 Jahre weniger als Chicago in Amerika. Die 1,45 Millionen Einwohner, das bedeudet Novosibirsk ist die größte Stadt Westsibiriens, leben in einem vom Sozialismus geprägten Stadtbild. Breite Straßen führen duch praktische, aber nicht unbedingt ansehnliche Gebäudekomplexe. Nachwievor ist Novosibirsk ein Handels-, Finanz- und Messezentrum.
Kilometer 4104 - Krasnojarsk
Am, hier 2 km breiten Jenissei, liegt die Stadt an beiden Ufern. Sie besitzt ein eindrucksvolles Panorama. Weiche Hügel schließen sich an ein angenehmes Stadtbild . Bevor Lenin nach Schuschenskoje, 300 km südlich, verbannt wurde, wartete er hier, zwei Monate lang, auf diese Entscheidung. Industrie, darunter die größte Aluminimhütte der Welt, ist für die schwierige Umweltsituation der Stadt verantwortlich. Je nach Windrichtung werden die Abgase dieser schweren Industrie genau in die Stadt getrieben. Da Krasnojarsk mitten in Rußland liegt, keine russische Großstadt hat weitere Strecken zu den Landesgrenzen aller Himmelsrichtungen als Krasnojarsk, wurde die Stadt militärisch genutzt. Nuklearwirtschaft und geheime Zentren wurden hier angesiedelt.
Kilometer 5191 - Irkutsk und der Baikalsee
Irkutsk ist wohl eine der wichtigsten Städte Sibiriens. Und zwar in allen Belangen, ganz geich ob geschichtlich, politisch oder industriell. Irkutsk ist verkehrstechnisch günstig gelegen. Die Stadt ist ein Knotenpunkt der Transsib und dem Angara, welcher über den Baikalsee eine Verbindung zum Indischen Ozean hat. Dadurch war die Stadt schon früh Umschlagplatz für sibirische Pelze vom Zobel, Nerz und sogar vom Eichhörchen und chinesischem Tee und chinesischer Seide. Aufgrund der östlichen Lage wurde die Stadt "Fenster zum Osten", in Richtung Mongolei und China , genannt. Als 1761 zum ersten Mal die Beringstraße überwunden wurde, kam diese Expedition aus Irkutsk. Die ersten Siedler und Kaufleute, die sich in Alaska niederließen, stammten ebenfalls aus der Stadt am Angara. Für die erfreuliche Entwicklung der Stadt trugen die sogenannten Dekabristen einen entscheidenden Teil bei. Die Dekabristen waren 121 Intellektuelle aus St.Petersburg, die gegen den Zaren die Revolution vorbereiteten. Der Zar schlug diese Entwicklung nieder, ließ 5 der Aufständigen töten und den Rest verbannen. Die meisten von ihnen kamen hierher nach Irkutsk und mußten die ersten Jahre in ihrer neuen Heimat zwangsarbeiten. Nach einigen Jahren ermöglichte man ihnen, allerdings in ihren Verbannungsorten, ein normales Leben. Da es sich bei den Dekabristen um ausgebildete Wissenschaftler handelte, begannen sie rasch die Region zu erforschen. Der dadurch entstandene Wissensvorsprung half der Stadt in seiner positiven Entwicklung. Einige Ehefrauen der Dekabristen reisten, unter Verlust ihres Adels und Wohlstandes ihren Männern in die Verbannung nach. Unter der Bevölkerung genossen die Dekabristen und ihre Ehefrauen großes Ansehen. Heute hat Irkutsk 639.000 Einwohner und ist immer noch eine zukunftsorientierte Stadt. Das liegt sicherlich daran, daß Irkutsk, im Gegensatz zu anderen sibirischen Städten, schon immer für Touristen geöffnet war.
Etwa 60 km östlich der Stadt liegt der Baikalsee. Der See ist eine Aneinanderkettung von Superlativen und Ausnahmen. Beeindruckend sind alleine schon die Ausmaße des Sees. Er ist 630 km lang, bis zu 80 km breit und 1620 m tief. Er ist damit der tiefste See der Welt und besitzt das reichste Süßwasservorkommen der Erde. In seiner Gegend leben 1200 verschiedene Tierarten, von denen es mehr als dreiviertel nur am Baikal gibt. Erwähnenswert sind die Robben, die sonst auf der Welt ausschließlich im Salzwasser existieren. 336 Zuflüsse speisen den See, wobei er mit dem Angara nur einen einzigen Abfluß besitzt. Um die Größe des Baikals zu verdeutlichen, kann man folgenden Vergleich anführen. Bekommt der See duch seine Zuflüsse plötzlich kein Wasser mehr, so kann er aus seinem Volumen den Abfluß noch 400 Jahre lang mit Wasser versorgen. Die klimatischen Verhältnisse sind in dieser Region ebenfalls ein Wunder dieser Erde. Im Norden ist der See zwischen Oktober und Juni etwa 8 Monate zugefroren, während er im Süden nur 3 Monate, zwischen Januar und März vereist ist. Hat der See eine ruhige Wasseroberfläche, kann man 40 m tief in den See hineinsehen. Man kann nur hoffen, daß der Umwelteinfluß durch mehrere Zellulosekombinate bald gestoppt wird, damit der See seine Klarheit und Einzigartigkeit für immer behält.

Kilometer 5647 - Ulan - Ude
Ulan-Ude ist die Hauptstadt der burjatischen Republik. Die Ur-Burjaten sind ein den Mongolen ähnendes Volk. Die 366.000 Einwohner zählende Stadt ist zu etwa einem Viertel von Burjaten bewohnt. Die Stadt selbst ist durch die Religion der Burjaten, dem Buddhismus, deutlich geprägt und liegt inmitten einer schönen Landschaft am Baikalufer. In Ulan-Ude zweigt die Transmongolische Eisenbahn von der Transsib, über die Mongolei nach China, ab.

Kilometer 6204 - Tschita
Auch Tschita´s Entwichlung provitierte als Verbannungsort der Debakristen. Bevor die ersten verbannten Dekabristen sich in Tschita ansiedelten, war der Ort klein und unbedeutend. Die Dekabristen bekamen Einfluß auf die struckturelle Weiterentwicklung der Stadt. Auch tat das Wissen der Verbannten der Bildung und dem kulturellen Leben in der Stadt gut. Den richtigen Aufschwung erlebte Tschita aber erst durch den Anschluß an die Transsibirische Eisenbahn und dem zeitgleich einsetzenden Goldabbau in der Region.

Kilometer 8531 - Chabarovsk
Ab Chabarovsk beginnt der "Ferne Osten". Ihren Namen bekam die Stadt vom russichen Sibirienentdecker Chabarow. 1858 wurde hier, am Amur, ein Militärstützpunkt angelegt, der 1880 Stadtrechte erhielt. Nun leben 614.000 Menschen in der Stadt, die auf drei Hügeln angelegt wurde. In den dazwischenliegenden Tälern verlaufen langgezogene Parkanlagen. Die Stadt streckt sich 40 km entlang des Amurs, der hier ungefähr 2,5 km breit und 7 m tief ist. Aktuell liegt man mit China schon einige Jahre im Streit. Ursache hierfür sind zwei vor der Stadt liegende Inseln. Durch die Versandung der Ufer entsteht langsam, aber sicher, eine feste Verbindung vom chinesischen Festland zu den zu Rußland gehörenden Inseln. Das Teilstück Chabarovsk-Wladivostok war die erste befahrbare Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Etwa 20 Jahre später wurde hier, durch die Amurbrücke, die letzte Lücke der Transsib geschlossen. Zu Sowjetzeiten war hier Endstation, da alles was östlicher liegt militärisches Sperrgebiet war.

Kilometer 9302 - Wladiwostok
Wladiwostok, was soviel bedeudet wie "Beherrscher des Ostens", ist heute die Endstation der Transsib. Beim Aussteigen erinnert eine Kilometersäule, auf dem Bahnsteig, mit der Aufschrift "9288", an die lange Reise. Im 19.Jahrhundert stritten sich China und Rußland um die Halbinsel, auf der Wladiwostok liegt. Rußland zwängte jedoch den Chinesen die Grenze entlang des Flußes Ussuri auf. Aufgrund der von drei Seiten geschützten Lage, wurde hier ein Hafen errichtet, der schließlich für die Stationierung des Militärs sorgte. Das Militär und die Planung der Transsibirischen Eisenbahn waren letztlich die Gründe für die schnelle Entwicklung der jungen Stadt. In der Gegenwart leben die meisten der 659.000 Einwohner immer noch vom Militär und der Eisenbahn. Dazugekommen sind der Schiffbau, der Fischfang und die Lebensmittelindustrie. Besonders ansehenswert ist der Bahnhof der Stadt, der erst in den letzten Jahren restauriert wurde und seine alte Pracht, mit den Zarensymbolen, zurückbekam.


Start..... Die Strecke..... Mein Bericht..... Der Fahrplan..... Die Geschichte..... Baikalsee..... A-Z..... Über mich.....